Kristina Nickel
Für eine schönere Welt

Monitorkalibrierung …

Sinn und Zweck

Eine wesentliche Voraussetzung für eine möglichst farbverbindliche Monitordarstellung ist die Monitorkalibrierung. Unter Berücksichtigung der technischen Möglichkeiten des Gerätes wird dabei der Weißpunkt, also die Farbtemperatur des Monitors, die Gradation und die absolute Helligkeit an gewünschte Zielwerte angepasst.

Eine hochwertige Kalibrierung findet mit Hilfe von Farbmessgeräten statt. Mit einem so genannten Kolorimeter oder Spektrometer bzw. Spektralphotometer werden die ausgestrahlten Farben des Monitors gemessen. Die Farben des Monitors können so mit den zu erzielenden Körperfarben wesentlich genauer verglichen werden, als es das menschliche Auge könnte. Eine spezielle Software schreibt dann die gewonnenen Daten in ein benutzerdefiniertes Farbprofil.

Um eine exakte Übereinstimmung der Bildschirmansicht mit dem Druck zu erreichen, wird die Helligkeit, der Weißpunkt und die Gradation einer Referenzvorlage mit der Bildschirmansicht verglichen. Die besten Ergebnisse erzielt man, wenn die Vorlage dabei in einer speziellen Abmusterkabine liegt. Die Abmusterkabine steht dazu direkt neben dem Bildschirm. Sie ist mit einer Normlichtquelle versehen und schirmt die Vorlage vor störenden Lichtquellen oder anderen Einflüssen ab. Bei der visuellen Feinjustage sollte die Referenzvorlage eine hohe Genauigkeit aufweisen, ansonsten würde eine gute Graubalance einer Monitor-Kalibrierung möglicherweise wieder verloren gehen. Im Zweifelsfall sollten lieber nur geringe oder keine Feinanpassungen erfolgen.

Der Weißpunkt, also die Farbtemperatur des Monitors sollte so eingestellt werden, dass der Bildschirmproof bei gewählter Papiersimulation dem Weißpunkt des Auflagenpapiers entspricht. Um eine Übereinstimmung zwischen Monitorweiß und Papierweiß zu erzielen, wird sowohl der Weißpunkt des Monitors als auch die Helligkeit der Abmusterkabine mit Hilfe des Dimmers angepasst.

Im Vergleich zum Normlicht wird eine Farbtemperatur von 5000 bis 6000 Kelvin als optimal angesehen. Im allgemeinen wird eine Farbtemperatur von 5000 oder 5500 Kelvin für die Druckvorstufe empfohlen. Einige Anwender bevorzugen Werte zwischen 5300 und 5800 Kelvin. Wer sich nicht sicher ist, sollte in der Druckvorstufe eine Farbtemperatur von 5000 Kelvin wählen. Im Prinzip bestimmt die Wahrnehmung die Definition des Weißpunktes. Dazu wird der Weißpunkt und die Helligkeit des Monitors mit dem Weißpunkt des Papiers verglichen. Je nach gewählter Farbtemperatur verändert sich die Farbwirkung. Ein hoher Weißpunkt von bis zu 8000 Kelvin hat eine kalte und bläuliche Wirkung, wohingegen ein Weißpunkt von 5000 bis 6000 Kelvin eine wärmere, gelbliche Wirkung erzielt. Oft wirken die Farben nach einer Kalibrierung deshalb wärmer.

Weißpunkt 5000–6000 K oder Farbabgleich mit Papier
Gamma 1,8 oder L*
Absolute Helligkeit 160 cd/qm oder Helligkeitsabgleich mit unbedrucktem Papier
(Eine typische Umgebungs-Beleuchtungsstärke von 500 lx entspricht einer absoluten Helligkeit von ca. 160 cd/qm)

Bei der Gradation werden die Kurven der Grundfarben Rot, Grün und Blau so eingestellt, dass die erzeugten Farben in Neutralität und Helligkeit dem Optimum entsprechen. Dadurch wird gewährleistet, dass der Monitor keinen Farbstich hat und die Helligkeit der Farben korrekt wiedergegeben werden. Dieser Vorgang wird oft auch als Gamma-Korrektur bezeichnet. Im Repro-Workflow hat sich ein Gamma zwischen 1,8 und 2,2 bewährt. Die Gradation des Bildschirms und des Arbeitsfarbraums sollte der Gradation des Druckergebnisses entsprechen. Ein Gamma von 1,8 entspricht in etwa der Druckkennlinie im Offset-Druck. Das sogenannte L* Gamma (ausgesprochen L-Star) entspricht der Helligkeit eines CIE-Lab-Farbraums.

Farbraum Farbtemperatur Gamma/Gradation
Adobe-RGB 6500 Kelvin 2,2
sRGB 6500 Kelvin 2,2
Apple-RGB 6500 Kelvin 1,8
ECI RGB 5000 Kelvin 1,8
ECI RGB v2 5000 Kelvin L*
ISO Coated v2 ~ 5000 Kelvin ~ 1,8

Die absolute Helligkeit des Monitors wird schließlich so eingestellt, dass die Helligkeit eines unbedruckten Papiers mit der Helligkeit einer weißen Fläche auf dem Monitor entspricht, wobei die Abstimmung visuell oder messtechnisch erfolgen kann. Auf jeden Fall sollte die absolute Helligkeit nicht zu vergraut, aber auch nicht zu blendend hoch sein. In der Regel entspricht die optimale Helligkeit nicht der voreingestellten maximalen Werkseinstellung. Stattdessen liegt sie eher bei 50 Prozent der maximal erzielbaren Helligkeit. Wenn sich die Umgebungshelligkeit stark verändert, sollte die Monitorhelligkeit angepasst werden.

Im allgemeinen unterscheidet man zwischen einer Hardware- und einer Software-Kalibrierung. Man spricht von einer Hardware-Kalibrierung, wenn die Korrekturen direkt am Bildschirm vorgenommen werden, indem auf die Farbumrechnungstabellen des Monitors zurückgegriffen wird. Falls dort nicht eingegriffen werden kann, müssen die Korrekturen innerhalb der Grafikkarte oder mit Hilfe eines ICC-Monitor-Profils durchgeführt werden. In dem Fall spricht man von einer Software-Kalibrierung.

Die Software-Kalibrierung ist qualitativ schlechter, da die Farben im Gegensatz zur Hardware-Kalibrierung nur mit einer 8 Bit Genauigkeit an die Zielwerte angepasst werden. Bei einer Hardware-Kalibrierung kann bei Korrekturen an den drei Kennlinien für Rot, Grün und Blau allerdings die Weichheit von Verläufen verloren gehen. Statt einer manuellen Korrektur kann unter Umständen eine erneute Kalibrierung mit angepassten Zielwerten zum gewünschten Ergebnis führen.

Zur Profilerstellung können außerdem die kostenlosen Dienstprogramme verwendet werden. Dazu gehört der Apple Kalibrierungsassistent, der über die Systemeinstellung für den Monitor aufgerufen wird. Bei dieser Form der Kalibrierung wird kein Farbmessgerät verwendet. Sie ist dadurch bedingt zwar schlechter, liefert aber akzeptable Ergebnisse. In jedem Fall werden spezielle Monitorprofile erstellt, auf die das Farbmanagement zurückgreifen kann, um die Farben am Bildschirm korrekt anzuzeigen. So werden auch auf jedem Monitor innerhalb einer Arbeitsgruppe die gleichen Farben angezeigt. Man sollte dabei allerdings berücksichtigen, dass die Umgebungsfarben die Farben auf dem Monitor beeinflussen. Dazu gehören die Lichtbedingungen, die Farben der Wände und Bodenbeläge und die Bilder und Gegenstände am Arbeitsplatz inklusive der Kleidung, die man trägt.

Im Idealfall werden deshalb hochwertige Bildbearbeitungen unter diffusem Licht in einem farblich neutralen Raum ausgeführt. Der Raum sollte nicht zu hell und nicht zu dunkel sein. Ideal sind 2000 Lux, das entspricht in etwa einem angenehmen beleuchteten Raum. Ein professioneller Bildbearbeitungsraum ist mit einer einheitlichen Normlichtquelle ausgestattet, also beispielsweise D50, 5000 Kelvin oder 2000 Lux. Die neutrale Beleuchtung ist deshalb so wichtig, weil die Beurteilung der Graubalance von der Farbigkeit des Weißpunktes abhängt und in Referenz zum Weißpunkt beurteilt wird. Deswegen sollte der Weißpunkt des Raumes mit dem Weißpunkt des Monitors möglichst übereinstimmen.

Der Monitor sollte außerdem nicht direkt neben einer Lichtquelle stehen, so dass sich diese nicht im Monitor spiegeln kann. Er sollte auch nicht direkt vor das Fenster ins Gegenlicht gestellt werden. Damit die Farben eines Bildes korrekt und möglichst unbeeinflusst beurteilt werden können, sollte der Monitor außerdem einen neutralen Hintergrund besitzen. Farbige Bildschirmhintergründe oder auch Bilder an den Wänden können die Beurteilung der Graubalance eines Bildes beeinflussen. Das Auge sucht sich meistens einen Referenzpunkt, um die Graubalance eines Bildes zu beurteilen. Hierzu ist der neutral graue Hintergrund von Photoshop bestens geeignet. Schwarz eignet sich hierzu nicht, obwohl es normalerweise auch neutral sein sollte. Wenn man aber auf Bilder an den Wänden nicht verzichten möchte, sollte man versuchen, die Augen während der Bildbearbeitung möglichst nicht vom Bildschirm abzuwenden.


Apple Kalibrierungsassistent


Die Kalibrierung eines Monitors mit dem Apple Kalibrierungsassistent ist vergleichsweise einfach. Das Programm führt den Benutzer Schritt für Schritt durch die Anwendung. Nachfolgend wird eine Monitor-Kalibrierung mit dem Apple Kalibrierungsassistent aufgezeigt. Die Screenshots erklären sich unter Zuhilfenahme der vorherigen Absätze von selbst.

Schritt 1: Öffnen der Systemeinstellungen/Monitore/Farben

Kalibrierungsassistent Schritt 1

Durch Klicken auf die Schaltfläche ›Kalibrieren‹ gelangt man zum
Apple Kalibrierungsassistenten.


Schritt 2:


Kalibrierungsassistent Schritt 2


Schritt 3:


Die Kalibrierung eines Monitors mit dem Apple Kalibrierungsassistent ist vergleichsweise einfach. Das Programm führt den Benutzer Schritt für Schritt durch die Anwendung. Nachfolgend wird eine Monitor-Kalibrierung mit dem Apple Kalibrierungsassistent aufgezeigt. Die Screenshots erklären sich unter Zuhilfenahme der vorherigen Absätze von selbst.  Schritt 1: Öffnen der Systemeinstellungen/Monitore/Farben  Durch Klicken auf die Schaltfläche ›Kalibrieren‹ gelangt man zum  Apple Kalibrierungsassistent Schritt 3


Schritt 4:


Kalibrierungsassistent Schritt 4


Schritt 5:


Kalibrierungsassistent Schritt 5


Schritt 6:


Kalibrierungsassistent Schritt 6


Schritt 7:


Kalibrierungsassistent Schritt 7


Schritt 8:


Kalibrierungsassistent Schritt 8


Schritt 9:


Kalibrierungsassistent Schritt 9


Schritt 10:


Kalibrierungsassistent Schritt 10


Schritt 11:


Kalibrierungsassistent Schritt 11

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